33. Aletsch Halbmarathon vom 24. Juni 2018

(Rennbericht von Armin Arnold)

Am 24. Juni 2018 fand der diesjährige Aletsch Halbmarathon statt. Auf der Halbmarathondistanz von 21.1 Km waren +1148m und -432m zu bewältigen.

Für mich war der Lauf nicht Neuland. In den Jahren 2010 und 2011 sammelte ich bereits die ersten Erfahrungen auf der Strecke. Obwohl diese beiden Teilnahmen bereits wieder einige Jahre zurückliegen, kann ich mich immer noch gut an die Strecke erinnern. Vor allem der letzte Anstieg blieb in meinem Gedächtnis eingebrannt.

Am Sonntag Morgen kurz vor Sechs ging es los. Eine kleine, coole Truppe von Läufern der LATV Erstfeld (Martina Baumann, Tino Gisler, Markus Arnold und ich) reisten mit zwei Autos ins Wallis. Begleitet wurden wir von unseren treuen Fans Esther, Manuela und der Familie von Tino. Weiter mit an Bord war auch Martin Truttmann von Seelisberg, der ebenfalls den Lauf absolvierte.

Im Gepäck hatten wir alle viele gute Trainings mit einigen Höhenmetern. Als Generalprobe haben wir den Haldi Berglauf erfolgreich bestritten. Somit hatten wir unser mögliches getan, damit der Tag zum Erfolg wird. Der Wetterbericht für den Lauftag tönte vielversprechend: schönes Wetter und Temperaturen zwischen 2 und 8 Grad - genau meine Wunschtemperaturen. Etwa zwei Stunden vor dem Start erreichten wir die Bettmeralp. Genug Zeit für einen Kaffee und um die Renntaktik zu besprechen.

10.00 Uhr der Startschuss ist erfolgt. Wir starteten alle zusammen im 2. Startblock, etwa fünf Minuten nach der Spitze. Ich bin neben Tino weit vorne im Startblock eingestanden, Martina und Markus etwas weiter hinten. Meine Strategie war mit Tino zu starten  und wenn irgendwie möglich ihn nicht davonziehen lassen. Dies gelang mir nicht schlecht. Unser Tempo war von Anfang an recht zügig. Und es fühlte sich auch etwa so an. Vor lauter Nervosität, Adrenalin und Hektik im Starterfeld fand ich erst nach ca. 1.5 km einen guten Laufrhythmus. Das Tempo war für meine Verhältnisse immer noch recht hoch. Da ich wusste, dass meine Defizite eher in der Schnelligkeit als in der Ausdauer liegen, musste dies so aufgehen. Nach dem Bettmersee wurden wir schon zum zweiten Mal von unseren Fans angefeuert. Inzwischen hatte ich auch einen kleinen Vorsprung auf Tino herausgelaufen und lief das Rennen für mich alleine. Vom Bettmersee führte die Strecke auf schönen Wanderwegen zur Riederalp. Auf dem Teilstück ging‘s meist leicht bergab, das Tempo war dementsprechend eher hoch und die Wanderwege forderten viel Konzentration und Koordination. Km 8, Autsch, das darf nicht wahr sein! Ich hatte mir gerade den Fuss verknackst. Jetzt einfach mal weiterlaufen und schauen wie es geht. Der Fuss erholte sich glücklicherweise schnell wieder. Glück gehabt! Jetzt einfach konzentriert weiterlaufen.

Die Riederalp war erreicht und das Tempo wurde schlagartig langsamer. Es folgte der Anstieg zur Riederfurka. Dank meinen Trainings im Berg konnte ich bergauf mehrere Läufer überhohlen bevor die Umrundung des Riederhorns anstand. Dieses Teilstück war dann wieder eher flach und der Weg schmal. Überhohlen wurde schwierig oder sogar gefährlich. Ich fand meine Position für diese 4 km am Ende einer Vierergruppe und konnte im Bewusstsein, dass das Rennen nicht auf dem Teilstück entschieden wird, ein gemütliches Tempo laufen. Nachdem wir wieder die Riederfurka passierten, folgte der nächste Anstieg (ca. 160 Höhenmeter)  auf die Hohfluh. Es wurde wieder ein bisschen unruhiger im Läuferfeld und es gab ein paar Positionswechsel. 

Auf der Hohfluh fühlte ich mich immer noch recht gut. Einiges an Energie war zwar bereits aufgebraucht, doch die Beine laufen immer noch. Das Ziel war zwar noch ca. 6 km entfernt, aber doch in der Fernebereits sichtbar. Ab diesem Zeitpunkt habe ich immer wieder auf meine Uhr geschaut und angefangen meine Zielzeit auszurechnen. Ich konnte es zunächst nicht glauben, aber meine Rechnung ergab eine Endzeit um 2h 11min. Dies war auch meine Zeit im Jahr 2011.  Für diese Jahr hatte ich mir vorgenommen, unter 2h 20min zu laufen  und war mir sicher, dass ich meine Zeit von 2011 nicht erreichen würde. Wie auch immer - ich musste laufen  und nicht rechnen. Weiter einen Schritt um den anderen dem wunderschönen Panoramaweg entlang auf die Moosfluh und weiter nach Biel. Auf diesem Teilstück hatte man eine grandiose Aussicht auf den grossen Aletschgletscher. Auf der Moosfluh habe ich diese Aussicht auch einen kurzen Augenblick ganz bewusst genossen. Ansonsten forderte die Strecke meine ganze Konzentration und es blieb wenig Zeit um das Panorama zu geniessen.

Biel: Jetzt nur noch ca. 2 km aber noch fast 400 Höhenmeter. Schon von weitem hörte ich Manuelas „Rätschäli“. Sie und Esther feuerten mich nochmal kräftig an. Der Aufstieg war hart, doch ich war nicht der einzig,e der das so empfand und so konnte ich trotzdem auf den letzten 2 km einige Ränge gutmachen und schlussendlich, wie unterwegs errechnet, das Rennen überglücklich mit einer Zeit von 2.10.41 beenden (neue PB!)

Es blieb mir kaum Zeit zum Verschnaufen da kam auch schon Martina ins Ziel. Sie beendete das Rennen als Kategoriendritte und das keine zwei Sekunden hinter der Zweiten und bloss 2 1/2 Minuten hinter der Erstklassierten. Super Leistung! Auch Markus und Tino liessen nicht lange auf sich warten. Sie konnten beide ihre letztjährigen Zeiten um mehrere Minuten verbessern und Markus schaffte es sogar um 2,6 Sekunden unter 2h 20min. Herzliche Gratulation.

Vielen Dank unseren Fans und meinen Läufergspändli. Es macht Spass mit euch

Tragisches Fazit: 

  • Laufzeit 2h 10min
  • benötigte Zeit für Rennbericht ca. 4h 10min 

Kategorie

F40
M20
M35
M40

Rang / TeilnehmerIn

03. Martina Baumann
106. Markus Arnold
24. Armin Arnold
37. Martin Gisler

Zeit

2.17.02.4
2.19.57.4
2.10.41.0
2.21.33.6