Transruinaulta Trailmarathon vom 20. Oktober 2018

(Erlebnisbericht von Tino Gisler)


Am 20. und 21. Oktober 2018 fand bei idealen Bedingungen die 5. Austragung des Transruinaulta Trailmarathon sowie die 17. Austragung des Transviamalarun statt. Von der LA TV Erstfeld bestreiten Martina Baumann Erstfeld, Armin Arnold Silenen, Markus Arnold Spiringen und ich, Tino Gisler Haldi, am Samstag 20. Oktober die Transruinaulta Trailmarathondistanz über 42 km. Wir alle setzen uns dabei bestens in Szene und erzielen Topresultate das heisst teilweise weit über unseren eigenen Erwartungen. Nun aber alles von vorne:

Was das Bündnerland mit der Rhein- oder Ruinaltaschlucht sowie der Viamalaschlucht zu bieten hat, ist zweifellos einzigartig und an Schönheit einer Trailstrecke schwer zu überbieten.  „Der Transruinaulta ist Abenteuer und Herausforderung gleichzeitig“ verspricht der Veranstalter in der Ausschreibung. Definitiv fordert der Trailmarathon durch die anspruchsvollen Trails sowie dem steten auf und ab jeden Läufer bis aufs Äusserste. Aber auch der Veranstalter nimmt sich mit der Durchführung einer riesigen Herausforderung an. Aus sicherheits- sowie aus logistischen Gründen, stehen für alle Transruinaulta-Kategorien gesamthaft 800 Startplätze zur Verfügung.

Gelaufen wird vorwiegend auf unbefestigtem Untergrund. Von der Forststrasse bis zum technischen Singletrail ist alles dabei. Der Veranstalter spricht in der Ausschreibung von einem Trailmarathon und spricht damit Klartext. Die Strecke wird bereits wenige Meter nach dem Start so eng, dass Laufen im Feld unmöglich wäre. Deshalb wird der Transruinaulta nicht in einem Massenstart gestartet, sondern die Läufer werden im Intervall-Verfahren auf die Strecke geschickt. Die Einzelstarts bringen eine spezielle Wettkampf-Dynamik mit sich. Da jeder Läufer zu einer anderen Startzeit unterwegs ist, läuft jeder von Beginn weg sein eigenes Rennen ohne taktische Spielereien. Dadurch ist jeder in der Renneinteilung gefordert und muss wohl oder übel sein eigenes Ding durchziehen.

Der Transruinaulta führt von Illanz nach Thusis. Die Strecke verläuft entlang des jungen Vorderrheins mitten in die Rheinschlucht. Nach rund 11 Kilometern folgt ein erster bissiger Anstieg hoch nach Versam, durch das Versamertobel nach Scardanal und hinunter nach Rhäzüns. Der Marathon biegt dann Richtung Heinzenberg ab, von wo die Teilnehmer einen Ausblick zum Zielort Thusis sowie über das Domleschg erhalten. Bei strahlendem Herbstwetter, jedoch kühlen 4° Celsius, startet am Samstag 20.10.2018 um 9:15 Uhr die 5. Austragung und somit unser Abenteuer.

Als LA TV Erstfeld Team bereiteten wir uns während vielen wunderschönen, harten Trainings vor. Deshalb keine Frage, der Herausforderung nicht gewachsen zu sein. Aufgrund der Erfahrung aus dem Vorjahr optimierten Armin und Markus die Einheiten in der Vorbereitungsphase gezielt. Vor allem Markus hinterlässt dabei oft eine bestechende Form.  In bester Verfassung und entsprechend motiviert wird die Reise ins Bündnerland angetreten, einzig ich habe zusätzlich eine kleine Erkältung mit im Gepäck. Ich lasse mich dadurch jedoch von der Teilnahme nicht abhalten. Martina lässt sich vor Ihrem ersten Marathon mit der richtigen Schuhwahl beinahe aus dem Konzept bringen. Ihr Entscheid zugunsten des ASICS fällt zum Glück noch vor der Startschranke.

Bestens betreut vom kleinen Betreuungs- und Fan-Team Esther und Manuela inklusive Urnerfane, kann also nichts mehr schiefgehen. Ohne Anzeichen auf Nervosität begeben wir uns alle kurz vor der vorgegebenen Startzeit zur einzigartigen Startrampe. Über die herbeigeschafften Bündner Granitblöcke startet Armin als erster des Quartettes, direkt hinter Ihm begibt sich Martina auf Ihr erstes Abenteuer über 42 km. Die beiden bestreiten die ersten 8 km praktisch gemeinsam in geplanter Pace. Nach der Neutralisationszone Bahnübergang Versam-Station bestreitet jeder sein Rennen als Einzelkämpfer. Ich nehme das Rennen als dritter in Angriff, unwesentlich dahinter startet Markus. Bei km 9 schliesst er zu mir auf und gibt fortan die Pace vor. Auf dem ersten bissigen Anstieg nach Versam werden wir von unseren Betreuerinnen kräftig angefeuert. Für mich ist Markus am Verpflegungsposten Versam noch in Sichtweite, danach läuft er vorneweg und ich hinterher mein eigenes Rennen. Bis und mit Talsohle Versamertobel kann die Strecke als ausgesprochen technisch anspruchsvoll bezeichnet werden. Teilweise ist in den Rampen sogar Steinschlag festzustellen.  Da wir uns jedoch alle auf derartigem Terrain sehr wohl fühlen bekundet auch niemand Mühe. Jedem verläuft das Rennen entsprechend seiner Erwartungen optimal oder gar ausgezeichnet. Nach dem Anstieg nach Scardanal verläuft die Strecke über schmale Singletrails, später über eine steil abfallende Forststrasse runter nach Rhäzüns zur Marke 24 km wo alle nochmals von Esther und Manuela angefeuert und mit Verpflegung eingedeckt werden. Danach gilt es weitere 500 Höhenmeter entlang einer Forststrasse in Richtung Heinzenberg, zum Dach des Marathons, zu überwinden. Während Armin, Martina und Markus ein zügiges Tempo anschlagen können, muss ich ein erstes Mal etwas drosseln. Es fehlen schliesslich noch weitere 18 km bis nach Thusis. Mit Kilometer 30 und einem kurzen Ausblick in Richtung Zielort ist wohl jedem klar, dass jetzt nicht mehr viel schiefgehen kann.  Trotzdem gilt es hochkonzentriert zu bleiben, der darauffolgende „Tallauf“ hat es wiederum in sich und wir wissen um die 3 steilen Schlussaufstiege nach Thusis. Wir sind weiterhin auf uns alleine gestellt, keiner weiss vom anderen Bescheid. Entlang der Schlussaufstiege werden wir von den Einheimischen lautstark angefeuert, da sind die harten Strapazen rasch vergessen. Es wird spürbar, dass die Ziellinie naht und entlang der Dorfstrasse Thusis ist sie auch schon in Sichtweite.

Armin läuft in bester Verfassung in 4:10.48 in Thusis ein und unterbietet seine Zeit aus dem Vorjahr um mehr als 15 Minuten. Dies bedeutet der ausgezeichnete 12. Platz in der Kategorie H1. Kurz darauf überquert Martina in 4:12.15 die Ziellinie und sichert sich mit dem 2. Platz in der Kategorie D2 ein Spitzenergebnis. An ihrem ersten Trail-Marathon gibt sie der Trail-Szene zugleich ihre Visitenkarte ab. Da sie kurz vor dem Ziel noch von der Strecke abkommt verpasst sie Overall bei den Damen den Rang 4 um winzige 5 Sekunden. Wie von einem anderen Stern läuft Markus als dritter des Quartetts in 4:08.51 über die Ziellinie. Er gewinnt damit das LATV –Duell und sichert sich in der Kategorie H1 gar einen Top Ten Platz. Die Trainings im Vorfeld hatten bereits darauf hingedeutet. Dass er seine Zeit aus dem Vorjahr um rund 39 Minuten unterbietet, erstaunt ihn jedoch selbst. Auf den letzten Metern werde ich von Esther nochmals kräftig gepuscht und erreiche das Ziel in 4:28.29. In der Kategorie H2 erreiche ich damit den beachtlichen 28. Rang und übertreffe meine erhoffte Laufzeit um einige Minuten.

Herzliches Dankeschön an Esther und Manuela. Auch Ihr ward SPITZE! Ein rundum gelungenes Lauferlebnis lassen wir mit einem feinen Nachtessen in Bonaduz ausklingen. Mit grösster Wahrscheinlichkeit werden einige die Strecke nächstes Jahr wieder in Angriff nehmen.

Kategorie

42 - Damen 2
42 - Herren 1
42 - Herren 1
42 - Herren 2

Rang / TeilnehmerIn

02. Martina Baumann
10. Markus Arnold
12. Armin Arnold
28. Gisler Martin

Zeit

4.12.15.7
4.08.51.6
4.10.48.4
4.28.29.0